Zweiter Stand

Aus Scriptorium

Der Zweite Stand ist der so genannte Wehrstand und umfasst alle Adligen, beginnend beim einfachen, landlosen Ritter und endend beim König von Jerusalem. Der Name Wehrstand stammt von der Aufgabe des Adels, die aus dem Schutz der Mitglieder des ersten Standes und des dritten Standes besteht.

Der Adel hat die weltliche Macht inne und übt dieser Macht über seine Untertanen aus, über deren Leib und Leben er entscheiden kann. Verbunden mit dieser Macht ist auch das Recht auf die Rechtsprechung über die eigenen Untertanen. Der Adel ist in einem so genannten feudalen System organisiert, in dem niedrige Adlige von höher stehenden Adligen Ländereien als Lehen erhalten, über die sie dann stellvertretend die Herrschaft ausüben.

Der Adel lässt sich im Prinzip in zwei Gruppen aufteilen. Auf der einen Seite steht der Hochadel, auf der anderen der Niederadel. Der Hochadel umfasst im Falle des Königreichs Jerusalem die Barone und manche andere reichsunmittelbare Adlige, während der Niederadel vor allem aus landlosem Adel, in der Regel Ritter, besteht.

Der Hochadel im Reich untersteht direkt dem König und genießt dadurch meist viele Privilegien, zu denen zum Beispiel die Teilnahme an der Haute Cour gehört. Diese umfasst alle Adligen, die den Titel eines Barons, Grafen oder Fürsten inne haben. Nicht alle haben ihr Lehen direkt vom König erhalten, aber alle haben ein Mitspracherecht an der Adelsversammlung. Besonders aus dem Hochadel ragen der Fürst von Tiberias, der Graf von Sidon, der Graf von Jaffa und der Baron von Oultrejourdain hervor, deren Herrschaften das höchste Ansehen und die größte Macht besitzen.

Der Niederadel im Reich ist jener Adel, der keinen baronalen Titel besitzt. Der Niederadel ist nicht direkt auf der Haute Cour vertreten, sondern wird jeweils durch den jeweiligen Baron repräsentiert. Im Falle des jerusalemer Niederadels handelt es sich um den landlosen Adel. Dieser besteht aus landlosen Ritter und Edelknechten, die kein eigenes Land besitzen beziehungsweise denen vom König kein Lehen zugesprochen wurde. Sie verdienen sich ihren Lebensunterhalt meist in den Diensten höherer Adliger oder des Königs.