Tanz

Aus Scriptorium

Trotz der ablehnenden Haltung der Kirche (welche nur liturgische Tänze erlaubte) erhielten und entwickelte sich der Tanz im MIttelalter. Der höfische Tanz fand nicht nur bei Hochzeiten sondern auch bei alltäglichen gesellschaftlichen Anlässen im Saal der Herrenhäuser und Ritterburgen statt. Tanz und Ballspiel gehörten zusammen.

Höfischer Tanz

Der höfische Tanz war anfänglich ein langsamer, feierlicher Formationstanz. Tänzer und Tänzerinnen bewegten sich, einander bei den Händen haltend, mit kurzen, schleifenden Schritten, kerzengerade aufgerichtet, mit stilisierten Gesten und schweigend, von gelegentlichen refrainartigen Gesangspartien abgesehen. Der Zug der Tänzer und Tänzerinnen wurde vom Vortänzer angeführt, der die Tanzfiguren vorgab und selbst auf der Fidel begleitete. Zur Instrumentalbegleitung gehörten Portativ, Trompeten, Flöten, Fideln, Trommeln und Tamburin.

Außer diesen Gemeinschaftstänzen gab es auch Solotänze, bei denen der männliche Partner seine Dame pantomimisch umtanzte, ohne sie jemals zu berühren.

Volkstanz

In starkem Kontrast zum höfisch-stilisierten Tanz standen der bäuerlich-derbe "getretene" Tanz und der Reigen mit seinen ebenso erotisch-ausgelassenen wie ungeschliffenen Sprüngen, Hopsern und Hebefiguren, die immer wieder zu ungehaltenen Äußerungen der Prediger führten. Es ist zu erwarten, dass die ausgelasseneren Tänze selbst in gehobener Gesellschaft, besonders von betrunkenen Adligen, nicht viel anders ausgesehen hatten.

Hauptinstrumente der begleitenden Spielleute waren Sackpfeife, Fidel, Laute und Drehleier, Flöte und Trommel. Getanzt wurde im Freien - die Tanzstube kam erst nach und nach auf.