Charakterbespielung

Aus Scriptorium

Bei der Bespielung von Charaktern sind zwei Sachen wichtig: Konsistenz und Schreibweise.

Konsistenz

Für einen guten Charakter und einen guten Spielfluss ist es wichtig, den Charakter konsistent zu spielen und nicht zugunsten einer für den Charakter günstigen Entwicklung zu verbiegen. Es ist dabei recht wichtig, das, was diesen Charakter ausmachtt, seine Ideale, seine Weltanschauung und seine Umwelt, im Kopf zu behalten. Bei einem Ritter oder einem anderen männlichen Adligen beispielsweise kann man sich die Tugenden im Rittercodex im Kopf behalten. Ein Charakter, der alle Tugenden minutiös und enthusiastisch einhält, kann etwas langweilig wirken, aber es wäre für einen perfekten Ritter nicht denkbar, sich nicht an diese Vorstellungen zu halten - auch wenn dies Nachteile nach sich bringt. Ein Charakter mit mehr Tiefe würde schwächen zeigen bei der Ausführung von ein paar von diesen Pflichten - es wäre wichtig, sich zu merken, welche. Ein feiger Ritter sollte nicht plötzlich, wenn er, sobald er in eine Schlacht geworfen wird, heroisch durch die Linien seines Feindes schreitet, ebensowenig wie es für die Konsistenz eines unweisen, unbesonnenen Ritter spricht, wenn dieser sich entgegen seines Charakters urplötzlich piekfeines Verhalten an den Tag legt.

Schreibweise

Texte, die aus zwei oder drei Sätzen bestehen, schauen unschön aus. Freilich kann man sich denken, dass es nicht mehr zu sagen gibt - aber stimmt das? Der Spielpartner kann, anders als dies bei einem Fernsehcharakter der Fall wäre, nicht das Gegenüber sehen. Es ist daher recht wichtig, zu beschreiben, was der Charakter gerade tut, in welchem Umwelt er steht, wie er dazu steht, was er sich erhofft und wovor er Bange hat. Ein Charakter, der zum Beispiel einfach an der Haustür eines anderen Charakters ankommt und dort anklopft, wirkt farblos. Was trägt er? Was erhofft er sich vom Anklopfen? Was denkt er vom Besitzer des Hauses, bei dem er anklopft? Ist er sauer, beängstigt, glücklich über etwas, betrunken, von Straßenstaub komplett verdreckt, in zweckmäßige Gewänder, Bettlerfetzen oder eine schicke Rüstung gekleidet, hat er Leibwachen dabei, findet er den Straßenzug beeindruckend oder hässlich? Denkt er über Vergangenheit oder Zukunft nach? Der Mensch bietet sich an für Beschreibungen in vielerlei Hinsicht, und ein Post, in dem man versucht, mehr hineinzubekommen als nur einen Satz, ist sehr gut dazu geeignet, in das Äußere und das Innere eines Menschen ein wenig einzugehen.