Armbrust

Aus Scriptorium

Die Armbrust ist eine dem Bogen ähnliche Schusswaffe, die sogenannte Bolzen verschießt. Vom Prinzip her ist die Armbrust ein horizontal auf einer Holzlatte befestigter Bogen, dessen angespannte Sehne dank einer dafür vorgesehenen Halterung nicht von Hand zurückgehalten werden muss. Dadurch wird das Zielen erleichtert, und das Schießen ist weniger anstrengend, da man die Armbrust nur halten muss.

Handhabung

Es gibt generell zwei Arten, eine Armbrust zu spannen. Welche eingesetzt wird, hängt vom Typ der Armbrust ab. Die erste Methode ist das einfache Anziehen der Sehne. Dabei wird die Armbrust mit dem Fuß an einer Öffnung am vorderen Ende der Waffe am Boden gehalten, und die Sehne mit beiden Händen bis zur Halterung für die Sehne gezogen. Diese Methode ist notwendig, weil die Sehnen einer Armbrust meist sehr straff gespannt sind, um eine höhere Durchschlagskraft zu erreichen.

Die zweite Spanntechnik bietet sich durch eine an der Armbrust angebrachten Kurbel an. Dank dieser ist es möglich, die Armbrust mit wenig Kraftaufwand zu spannen. Diese Art Armbrust wird gerne von Genuesen und Mailändern verwendet, wo die Armbrustschützen die Elite einer Armee darstellen.

Erst wenn die Armbrust gespannt ist, wird der Bolzen eingelegt, der kürzer und dicker ist als ein Pfeil, um unter der starken Beschleunigung beim Abschuss nicht zu zerbrechen. Durch das höhere Gewicht der Bolzen im Vergleich zum Pfeil hat es ein Bolzen leichter, Rüstungen zu durchschlagen - wobei dazu auch ein englischer Langbogen mit entsprechenden Pfeilen in der Lage ist.

Die gespannte und geladene Armbrust wird einfach an die Wange gelegt, und wenn man das Ziel erfasst hat, wird einfach wie bei einem Gewehr der Neuzeit ein Abzug betätigt, wodurch die Sehne losgelassen und der Bolzen abgefeuert wird.

Vor- und Nachteile gegenüber dem Bogen

Die Armbrust ist eine recht beliebte Waffe, da sie einfach zu bedienen ist. Einem Bauern beizubringen, eine Armbrust zu benutzen, ist an einem Tag erledigt. Spannen und Laden erfordern keinerlei Übung, und auch das Zielen wird erleichtert, da man nicht gleichzeitig die Spannung halten muss. Zudem besitzt die Armbrust von Haus aus eine sehr hohe Durchschlagkraft. Sie ist daher auch eine beliebte Waffe gegen gepanzerte Feinde, denn deren Rüstung wird durch die Armbrust einen großen Teil ihrer Wirkung verlieren. Auch eine Vollplattenrüstung kann bei einem guten Treffer durchdrungen werden. Mit einem Bogen ist dies nur durch eine speziell dazu angefertigte Pfeilspitze zu erreichen, die auf lange Entfernung ihre Durchschlagkraft verliert.

Nachteil der Armbrust ist jedoch die sehr lange Nachladezeit. Ein geübter Bogenschütze kann bis zu zehn Pfeile in einer Minute verschießen, mit der Armbrust kann man zwei Bolzen in einer Minute verschießen. Dadurch ergibt sich das Problem, dass Armbrustschützen empfindlich gegen Beschuss durch Bögen sind, da mit der Armbrust im Gegensatz zum Bogen nur schwer ein Sperrfeuer erreicht werden kann. Abhilfe schafft die Pavese, welche bei Genuesen und Mailändern sehr beliebt ist (siehe "Einsatz im Militär").

Einsatz im Militär

1139 (Sim-On noch nicht erreicht) wurde zwar der Einsatz der Armbrust gegen Christen vom Papst verboten, doch das änderte in der Praxis nichts. Die Armbrust wurde weiterhin regelmäßig eingesetzt. Wegen der geringen Feuerrate war die Armbrust für Feldschlachten weniger gut geeignet, als für die Verteidigung bei Belagerungen. Von der Mauer aus konnte man den Feind gut ins Visier nehmen und ungestört nachladen. Doch auch in Feldschlachten wurde die Armbrust genutzt, wie weiter unten erläutert. Die Armbrust war sowohl für ungeübte, als auch für professionelle Truppen geeignet. Durch die leichte Handhabung konnten auch einfache Leute, die zum Kriegsdienst gezwungen wurden, mit Armbrüsten ausgestattet werden. Zur Berühmtheit brachten es die Mailänder und vor allem die Genuesen, deren professionelle Armbrustschützen die besten der damaligen Zeit waren. Ihre Armbrüste waren von bester Qualität, und sie nutzten die sogenannte Pavese. Diese war ein großer Holzschild, welcher vor dem Armbrustschützen aufgestellt wurde. Hinter der Pavese konnte man die Armbrust nachladen, ohne feindlichem Beschuss ausgesetzt zu sein. Manche Pavesen besaßen sogar eine Schießscharte, sodass nicht einmal zum Schießen die Deckung verlassen werden musste.