Bürgerlicher Haushalt
Anders als adlige Haushalte waren bürgerliche Haushalte normalerweise nicht sonderlich riesig, wobei dies natürlich vom Reichtum des jeweiligen Bürgers abhing. Insofern ähnelten sie eher modernen Haushalten.
Wie adlige Haushalte hatten reiche bürgerliche Haushalte auch Diener. Das Dienertum wurde als Teil des natürlichen Lebensflusses gesehen, und es war überaus häufig für junge Leute, einige Jahre außer Haus im Dienst eines anderen Haushaltes zu verbringen. So lernten sie Fähigkeiten, die sie später im Leben benötigen würden, und bekamen auch ein Gehalt. Vor allem war dies nützlich für Mädchen, welche ihre Verdienste zu ihrer Mitgift dazugeben konnten. Die Praxis, Kinder wegzusenden, war vor allem verbreitet in Handwerker- und Händler-Haushalten, die ihre Söhne - manchmal auch Töchter - als Lehrlinge oder Gehilfen an andere weitergaben. Dies gab diesen Kindern die Möglichkeit,s ich als Meister in diesen Gewerben zu qualifizieren, und selber eine Werkstatt zu gründen. Diese Lehrlinge machten einen wichtigen teil des Haushaltes - der "Meisterfamilie" - aus; ihr Meister hatte rechtlich gesehen das selbe Verhältnis zu ihnen wie ihr eigener Vater.
Die Häuser von Armen hatten nur schlechte Qualität. Der Boden war normalerweise aus Lehm, und es gab kaum Fenster. Arme Haushalte konnten sich keine Diener leisten - solche Familien mussten oft selber als Dienstpersonal bei Reicheren arbeiten.