Patriarchat Jerusalem

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Das Patriarchat Jerusalem entstand im Lauf des 4. Jahrhunderts als das jüngste aller ökumenischen (das heißt, von allen Kirchen anerkannten) Patriarchate. In der Hierarchie der ökumenischen Patriarchate steht es unten, da es weniger alt ist als die anderen Patriarchate, jene von Rom, Konstantinopel, Antiochia und Alexandria. Das Patriarchat Jerusalem stand seit jeher unter dem Einfluss der byzantinischen Kaiser, und war daher bis 1099, der Einnahme Jerusalems durch die Kreuzfahrer, orthodox.

1099 wurde der griechische Patriarch von Jerusalem aus seinem Amt verjagt und durch einen Lateiner ersetzt. Seit jenem Zeitpunkt war der Patriarch ein Franke, zumeist aus Frankreich.

Der Patriarch von Jerusalem war in der Kirchenhierarchie angesiedelt zwischen den Erzbischöfen und dem Papst; er agierte quasi als päpstlicher Legat im Königreich Jerusalem. Somit unterstanden ihm nicht nur, wie jedem Erzbischof, sogenannte Suffraganbistümer (untergeordnete kleinere Bistümer), sondern auch die Erzbistümer Tyrus, Nazareth und Caesarea.

Sein unmittelbarer Wirkungsbereich - seine Diözese – war die Stadt Jerusalem sowie die unmittelbar um Jerusalem gelegenen Städte und Dörfer. Ihm unterstanden auch die Klöster in und um Jerusalem.

Er hatte auch weltliche Macht – er besaß ausgedehnte Besitzungen innerhalb von Jerusalem, sowie auch um die Stadt Jerusalem herum. Zudem hielt er die Baronie Nazareth als Lehen. De jure hat er dieses Lehen vom Fürsten von Tiberias; de facto ist dieses Lehensband kaum existent.